Mikroklima verbessern: Effektive Maßnahmen für Wohnquartiere

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Zusammenhängende Wohnkomplexe zeichnen sich oft durch ein ganz eigenes Mikroklima aus – und das hat häufig Verbesserungsbedarf. In diesem Beitrag erfahren Sie, mit welchen mikroklimatischen Bedingungen Wohnquartiere zu kämpfen haben und mit welchen Maßnahmen sich das Mikroklima gezielt verbessern lässt.

1. Was ist ein Mikroklima?

Der Begriff ‚Klima‘ fasst Wetter- und Witterungsverhältnisse wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Niederschlag über einen längeren Zeitraum an einem bestimmten geographischen Raum zusammen. Unter einem Mikroklima versteht man das Klima in einem kleinen, separaten Bereich wie einem Garten, einem Gebäudekomplex oder einer Straße, das sich vom Klima in der Umgebung deutlich unterscheiden kann. Manchmal trennen nur einige Meter zwei verschiedene Mikroklimazonen – abhängig von den Faktoren, die es beeinflussen. Dazu zählen u.a. Sonneneinstrahlung, der Anteil an versiegelter Fläche und Grünflächen, Höhe und Abstände zwischen Gebäuden und das Vorhandensein von Wasserflächen, aber auch Aspekte wie Bodenart und -belag oder Farben.

Was ist Mikroklima

2. Mikroklima in Wohnquartieren: Versiegelung & Co.

Wohnquartiere – also Wohnsiedlungen oder zusammengehörende Häuserblöcke, die aus Mehrfamilienhäusern mit mehreren Etagen bestehen – ersetzen in Großstädten immer mehr klassische Einfamilienhäuser. Moderne und gut geplante Wohnbau-Projekte berücksichtigen das Mikroklima im Rahmen der Wohn- und Lebensqualität sowie im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Gerade bei älteren Gebäude- und Siedlungskomplexen ist eine Vernachlässigung des Mikroklimas sichtbar und spürbar. Letztendlich stellt ein gutes Mikroklima dort, wo viele Menschen im urbanen Raum auf verhältnismäßig engem Raum wohnen, immer eine Herausforderung dar.

Die Außenbereiche von Wohnquartieren müssen viele Anforderungen erfüllen, sodass es viel versiegelte Fläche gibt – z.B. für Fahrrad-Stellplätze, Einfahrten zu Tiefgaragen, barrierefreie Zuwegungen oder Unterstände mit Müllcontainern. Entsprechend wenig Platz bleibt für Grünflächen und Bäume. Hohe Gebäude mit geringem Abstand zueinander und Bodenbeläge wie Asphalt, Pflasterstein und Beton sind eine Kombination, die Trockenheit und Hitze im Sommer verstärken und einen Luftaustausch erschweren. Gleichzeitig zeichnen sich die Bodenbeläge durch eine niedrige Verdunstungsleistung aus und führen dazu, dass Wasser bei Starkregen nicht gut versickert. Oft führt das sich ansammelnde Regenwasser zu Pfützenbildung bis hin zu Überschwemmungen.

Die Luftqualität in Wohnquartieren ist aufgrund von mangelnder Luftzirkulation, wenig Begrünung und – vor allem bei Innenstadtlage – Feinstaub aus der Umgebungsluft in der Regel nicht sehr hoch. Es wird deutlich, dass die charakteristische Bebauung und Architektur von Wohnkomplexen negative Folgen für das dort vorherrschende Kleinklima hat. Im Zuge der Wohnumfeldverbesserung bei älteren Wohnsiedlungen werden die klimatischen Bedingungen oft zum Positiven verändert. Gerade im Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels wie lange Trockenperioden, starke Hitze, Stürme oder ausgeprägte Regenfälle können sich gezielte Verbesserungsmaßnahmen auszahlen.

Mikroklima Wohnquartiere

3. Mikroklima in Wohnquartieren verbessern

So wie kleine Veränderungen das Mikroklima im Garten oder auf dem Balkon verbessern können, lassen sich auch Mikroklimata um Gebäudekomplexe verändern – hier 5 effektive Tipps.

Flächen entsiegeln

Die wohl wichtigste Rolle spielt eine teilweise Entsiegelung grauer Flächen, denn bepflanzte Flächen speichern mehr Feuchtigkeit und haben bessere Verdunstungseigenschaften. So können gezielt ‚Kühlinseln‘ geschaffen werden, z.B. in Innen- oder Hinterhöfen.

Beete mit passender Pflanzenauswahl und Bauminseln wirken sich positiv aus und schaffen dazu eine Art Hausgarten mit Aufenthaltsqualität für die Anwohner. Am besten achtet man bei der Auswahl der Pflanzenarten auch auf ihren Nutzen für Insekten – so kann durch insektenfreundliche Grünflächen wie eine Blumenwiese in Innenhöfen ein Lebensraum für zahlreiche Tiere geschaffen werden, der die Erhaltung der Biodiversität unterstützt.

Begrünung, Pflanzen und Bäume

Ob im Kontext der Entsiegelung oder als separates Konzept: Pflanzen verbessern das Mikroklima deutlich – durch Verdunstung, die Speicherung von CO2 und die Produktion von Sauerstoff sowie als Schattenspender. Selbst niedriger Bewuchs wie durch Gras kann einen spürbaren Effekt haben – wichtig ist, dass die Begrünung möglichst zusammenhängt anstatt sich zu verteilen.

Vor allem, wenn die Flächen knapp sind, können vertikale Gärten und Dachbegrünung eine Lösung sein. Extensive Dachbegrünung trägt auch zu einem angenehmen Innenraumklima bei, indem sie im Sommer für Abkühlung sorgt und im Winter wie eine Isolierung wirkt.

Gabionen, Zäune oder Mauern als Sichtschutz und strukturelle Elemente können je nach Situation durch luftdurchlässige Hecken ersetzt werden. Lediglich Aufenthaltsbereiche sollten vor starker Windexposition bewahrt werden – ansonsten sollte bedacht werden, dass jeder Windschutz auch die Luftzirkulation beeinträchtigen kann.

Wenn Bäume gepflanzt werden, sollte es sich je nach Standort und Bodenqualität um möglichst großkronige Arten handeln, die Schutz vor der Sonne bieten und so hoch wachsen, dass trotzdem noch Luft zirkulieren kann. Ein gutes Beispiel sind Platanen, die man als Bäume im urbanen Raum häufig findet.

Regenwassermanagement

Um zu vermeiden, dass es bei Starkregen zu Pfützenbildung und Überschwemmungen kommt, gibt es für Wohnquartiere mehrere Ideen: Versickerungsmulden an Grünflächen helfen dabei, das Wasser langsamer versickern zu lassen, benötigen jedoch einen durchlässigen Boden. Ein solches System sollte aber nur bei ausreichendem Abstand zum Haus, insbesondere Kellern, Anwendung finden.

Bei geeigneten Bodenvoraussetzungen können Rigolen zum Einsatz kommen, die das Wasser unterirdisch speichern bzw. puffern und gleichmäßig in den Boden abgeben. Zudem gibt es Mulden-Rigolen-Systeme als kombinierte Methode, die sich vor allem bei länger anhaltendem Regen als nützlich erweisen.

Eine weitere Maßnahme, um das Mikroklima zu verbessern und Wasser gezielt abzuführen, sind Retentionsbeete, die aus mehreren speziellen Substratschichten bestehen: Das Regenwasser wird darin erst gespeichert, gereinigt und dann abgeleitet bzw. versickert es. Durch die natürliche Filterung wird gleichzeitig die Wasserqualität erhöht.

Ist Platz vorhanden, können auch kleine Becken zur Regenwasserrückhaltung in Erwägung gezogen werden. Dies kann ein kleiner Gartenteich, eine Mulde oder ein Wasserbecken mit Überlauf sein. Ein Retentionsbecken erfordert allerdings einen kontrollierten Abfluss und vergleichsweise mehr Pflege. Wasserspitzen können darüber hinaus durch Dachbegrünung verringert werden.

Helle, kühle Materialien und Farben

Die Wahl der Materialien, Oberflächen und Farben bei den Verbesserungsmaßnahmen kann das Gefühl der Wärmewahrnehmung beeinflussen: Materialien wie dunkler Asphalt werden zum Teil schnell heiß, speichern die Wärme und geben sie später wieder ab. Das bedeutet für viele Wohnkomplexe tropische Nächte statt abendlicher Abkühlung – insbesondere bei wenig Windeinfluss. Helle Oberflächen heizen sich weniger stark auf, sollten die Strahlung jedoch auch nicht zu stark reflektieren oder blenden.

Poröse Natur-Materialien und Werkstoffe können sich durch Verdunstung positiv auf das Mikro- und Gartenklima auswirken: Die Feuchtigkeit wird länger auf der Oberfläche gehalten und kann nach und nach verdunsten -so lassen sich kühle Gartenbereiche schaffen und das Thermometer klettert nicht ganz so schnell nach oben.

Für besonders effektive Ergebnisse kombiniert man die Wahl der Materialien am besten mit Schatten und Begrünung.

Luftzirkulation

Oft ist beim Bau großer Gebäudekomplexe das Ziel, Zugluft zu verhindern. Hohe Barrieren stoppen allerdings auch die Frischluftzufuhr. Wenn sich die Luft schnell aufheizt und ’stehenbleibt‘, kann die Frischluftzufuhr auf verschiedene Weise gefördert werden. Nach Möglichkeit sollten Luftkorridore geschaffen werden. Ansonsten gilt es, Hindernisse für die Frischluftzufuhr zu beseitigen – vor allem an den Stellen, wo sich warme Luft sammelt. Sicht- und Lärmschutz sollten luftdurchlässig gestaltet werden, z.B. durch Hecken oder Zäune oder in aufsteigender Höhe gestaffelt sein.

Hindernisse für die Luftzirkulation wie Müllcontainer und deren Unterstände sollten nach Möglichkeit vermieden werden – in diesem Fall z.B. durch platzsparende und hygienische Unterflur-Abfallsysteme, die auch für den optischen Aspekt von Vorteil sind.

Mikroklima in Wohnquartieren verbessern

4. Fazit

Bei Aufenthaltsbereichen dient ein Sichtschutz in Form von Mauern oder Hecken dazu, Privatsphäre herzustellen und schützt gleichzeitig vor Lärm und Wind. Sichtschutz-Lösungen wirken bei gewerblichen Außenbereichen wie eine Wohnumfeldverbesserung im privaten Bereich, indem sie zu optischer Ruhe beitragen und Blicke lenken.

Ob Müllcontainer und Werkstoffentsorgung, Liefer- und Ladezone, Gerätebereich oder angrenzende Straße: Ein Sichtschutz lässt Container, Paletten und Inseln aus Blech und Stahl verschwinden, ohne den Betrieb zu beeinträchtigen – vorausgesetzt, bei der Planung werden Betriebsabläufe und z.B. Platz zum Rangieren und freie Sicht mitberücksichtigt.

Der Sichtschutz sollte so gewählt werden, dass er zur Architektur des Unternehmens passt und sich ästhetisch in das Grundstück einfügt. Je nachdem, welcher Bereich verborgen werden soll, können auch teiltransparente oder mobile Lösungen in Frage kommen. Besonders natürlich und weniger funktional wirkt ein gestaffelter Sichtschutz aus Pflanzen – z.B. Stauden als niedrige Vorstufe vor mittelhohen Sträuchern mit einer Hecke dahinter.

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