Gräser für den Garten

Pampasgras Garten - Bartos Hagen

Ziergräser stellen sich als wahres Allround-Talent im Garten heraus. Formen, Farben und Blühphasen sind so vielseitig, dass sie Gärtnern viele Möglichkeiten für eine besondere Gartengestaltung eröffnen. Lernen Sie diese facettenreiche Pflanzengruppe näher kennen!

Inhalt

1 Was sind Ziergräser?

2 Warum Gräser im Garten pflanzen?

3 Anforderungen der Gräser

4 Welche Ziergräser für den Garten?

1 Was sind Ziergräser?

Bei dem Begriff „Ziergräser“ handelt es sich um einen zusammenfassenden Begriff, der auf dem Verwendungszweck und den Gemeinsamkeiten der Pflanzen beruht. Eine offizielle botanische Kategorie bilden Ziergräser allerdings nicht. Botanisch gesehen umfasst die Gruppe der Ziergräser neben den eigentlichen Echten Gräsern – bekannt als Süßgräser – auch Sauer- und Riedgräser sowie Binsen- und Rohrkolbengewächse. Letztere stehen gerade optisch und standorttechnisch dem Schilf sehr nahe, das allerdings zu den Süßgräsern gehört. Ein äußerliches Merkmal der Ziergräser sind lange, dünne Blätter.

Ziergräser können ein- oder mehrjährig sein. Die meisten Gräser sind winterhart und zählen deshalb zu den beliebtesten und praktischsten Pflanzen für den Garten. Was ihre Gestalt betrifft, so fallen Ziergräser durch eine enorme Formen- und Farbvielfalt auf. Es gibt bodendeckende Arten, die nur wenige Zentimeter hoch werden und Ziergräser mit einer Wuchshöhe von bis zu 4 Metern. Manche Sorten haben eine buschige und schopfartige Form, einige lassen ihre dünnen Blätter locker über den Boden hängen, und andere wachsen wiederum geradlinig nach oben.

2 Warum Gräser im Garten pflanzen?

Ziergräser findet man in nahezu jedem Garten – und das aus gleich mehreren Gründen. Als in der Regel winterharte Pflanzen werten sie den Garten ganzjährig mit ihren Blütenwedeln oder Fruchtständen auf. Vor allem Chinaschilf und Pampasgras besitzen imposante Blütenköpfe. Bei Federgras und Segge bilden sich nach der Blüte im August attraktive Früchte aus, die auch lange nach September noch bewundert werden können.

Gräser lassen sich hervorragend kombinieren – sowohl mit ihresgleichen als auch mit anderen Pflanzen. Als direkte Nachbarn eignen sich im April und Mai vor allem Zwiebelpflanzen, von August bis Oktober Stauden sowie immergrüne Gehölze auch später im Jahr. Durch die Blüte bzw. das Grün benachbarter Pflanzen können Hobbygärtner je nach Ziergras-Art verhindern, dass kahle Stellen im Beet entstehen.

Ob romantischer Naturgarten oder minimalistischer Garten: Mit Ziergräsern kann man die Gestaltung des eigenen Gartens vom Frühjahr bis in den Herbst und darüber hinaus leicht realisieren. Der unterschiedlich große Wuchs mit meist länglichen Blättern, Laub und Fruchtstände in leuchtender Farbe sowie pflegeleichte Ansprüche verleihen Ziergräsern einen Platz unter den Top-Pflanzen für den Garten. Optisch vermögen sie den Außenbereich aufzulockern und interessante Strukturen zu schaffen.

Hohe Ziergräser mit gleichzeitig dichtem Wuchs können außerdem als natürlicher Sichtschutz eingesetzt werden. Sie bilden eine ästhetische und unauffällige Alternative zu Zäunen und anderen künstlich angelegten Systemen für mehr Privatsphäre.

3 Anforderungen der Gräser

 

3.1 Standort/Boden

Während manche Ziergräser an trockenen Standorten am besten gedeihen, fühlen sich andere – insbesondere Binsen- und Rohrkolbengewächse – in Wassernähe wohl. Die meisten Gras-Sorten benötigen einen nicht zu nassen Boden, der am besten locker und humusreich ist.

Ziergräser kommen sowohl für sonnige als auch für schattige Standorte in Frage. Zu den Sonne liebenden Arten gehören z.B. Pfeifengras, Reitgras und Chinaschilf. Diese brauchen meistens mehr Wärme zum Austreiben und blühen im Spätsommer. Schatten und Halbschatten bevorzugende Gräser wie Segge oder Japangras stören sich beim Wuchs nicht an kühleren Temperaturen. Ihre Blüten zeigen sich schon im Spätfrühling bzw. Frühsommer – dafür legen sie danach eine Ruhephase ein.

 

3.2 Pflege

Gärtnern gefällt Ziergras auch deshalb, weil es ausgesprochen pflegeleicht ist. Die Pflegeroutine bei Ziergräsern ist extrem überschaubar. Mit Trockenheit kommen sie besonders gut zurecht – sogar so gut, dass nicht einmal eine regelmäßige Bewässerung notwendig ist. Eine Ausnahme bilden Gräser, die als Kübel-Pflanzen draußen stehen.

Was Dünger angeht, ist Ziergras genauso anspruchslos: Im Gegensatz zu anderen Pflanzen benötigen sie keine regelmäßige Gabe. Lediglich Sorten mit erhöhtem Nährstoffbedarf wie Chinaschilf oder Pampasgras können mit Kompost gedüngt werden – allerdings reicht hier ein zeitlicher Abstand von 1 bis 2 Jahren.

Ein Rückschnitt steht bei den Gräsern auch nur einmal jährlich an, nämlich kurz vor dem Austreiben. Dann können auch gleich alte Blütenstände und Laub entfernt werden. Immergrüne Ziergräser braucht man praktisch gar nicht zurückzuschneiden. Nur von verwelkten Blättern sollte man sie nach Bedarf befreien.

Zwar sind die meisten Gräser winterhart, doch sollte das Innere von Exemplaren mit großer Wuchshöhe vor Nässe und Kälte geschützt werden, um Pilzbefall entgegenzuwirken. Eine effektive Maßnahme ist das vorsichtige Zusammenbinden des Blattwerks Ende Herbst.

4 Welche Ziergräser für den Garten?

Pampasgras (Cortaderia selloana)

Das wohl auffälligste Merkmal von Cortaderia selloana ist die stattliche Größe: Das Pampasgras wächst nicht nur bis zu 3 Meter in die Höhe, sondern erreicht auch einen Durchmesser von knapp 1,5 Metern. Hinzu kommen die imposanten, spitz zulaufenden Blütenwedel, die getrocknet gerne als Deko in Vasen zum Einsatz kommen. Pampasgras braucht einen sonnigen Standort und einen nährstoffreichen Boden. Mit zum Schutz seines Inneren hochgebundenen Blättern übersteht das Pampasgras den Winter recht gut. Deshalb sollte es im Herbst auf keinen Fall zurückgeschnitten werden.

Pampasgras Garten - Bartos Hagen

Lampenputzergras Hameln (Pennisetum alopecuroides)

Das Lampenputzergras Pennisetum alopecuroides ist ein zart wirkendes, buschiges und kugelförmig wachsendes Ziergras, dessen kleine Blüten optisch an Federn oder Borsten erinnern. Es ist deshalb auch unter dem Namen Federborstengras bekannt. Zu den weit verbreiteten Arten gehört die Sorte Hameln. Das Lampenputzergras Hameln trägt besonders flauschige Blüten und hat mit um die 70 Zentimeter Höhe und Breite eine angenehme Größe für jeden Garten. Neben Hameln gibt es sowohl Lampenputzergras in kompakteren wie auch in ausladenderen Varianten.

Ziergräser pflegen - Bartos Hagen

Japan-Segge (Carex morrowii)

Die 30 bis 40 Zentimeter hoch wachsende Japan-Segge Carex morrowii ist eine kompakte Pflanze, die für lehmige und sandige Böden geeignet ist. Die Blätter in sattem Grün hängen locker zu den Seiten hin und in der Mitte bilden von März bis Mai kleine gelbliche Blüten den Abschluss nach oben. Carex morrowii gehört zu den Gras-Arten, für die der Boden leicht feucht sein darf und die deshalb Standorte im Schatten oder Halbschatten bevorzugen. Durch Teilung kann man Carex morrowii leicht vermehren und langfristig in die Gartengestaltung miteinbeziehen.

Ziergräser für den Garten Carex - Bartos Hagen

Japanisches Blutgras (Imperata cylindrica)

Das Japanische Blutgras, insbesondere die Sorte Red Baron, ist eines der farbintensivsten Gräser. Seine Blätter beginnen mit saftigem Grün und gehen in den Spitzen in ein knalliges Rot über. Höhe wie Breite betragen 30 bis 40 Zentimeter – damit eignet es sich besonders gut als Pflanze für Kübel, ein sonniges Beet oder als Nachbar verschiedener Stauden. Seine Robustheit gegenüber Schädlingen macht Red Baron zwar pflegeleicht, doch richtig winterhart ist es nicht. Um den Winter gesund zu überstehen, muss die Pflanze mit einer Laub- oder Reisigschicht geschützt werden.

Japangras (Hakonechloa macra)

Ebenfalls aus Japan stammt das Japangras oder -Zwergschilf. Die Blätter dieser bis knapp 1 Meter hohen Gräser bilden einen wallenden Busch und eignen sich gut als Bepflanzung an einem Wegrand. Im Sommer sind die langen, geschwungenen Blätter grün, im Herbst nehmen sie einen warmen hellen Braunton an und sind auch im Winter durchaus optisch attraktive Zeitgenossen in heimischen Gärten. Ein Standort im Schatten ist für dieses Ziergras die beste Wahl. Von seiner Heimat her an kühlere Temperaturen gewöhnt, ist das Japangras auch winterhart.

Chinaschilf (Miscanthus sinensis)

Das Chinaschilf gehört bei vielen Hobby-Gärtnern sicher zu den beliebtesten Gräsern. Etwas filigraner als das Pampasgras bildet Chinaschilf feingliedrige, rispenförmige Blüten aus, die silbern glänzen. Die hohen Arten – insbesondere das Riesen-Chinaschilf – können mehrere Meter nach oben ragen, während kleinere nur ca. 50 Zentimeter hoch wachsen. Neben Stauden, die Sonne gut vertragen, findet das Chinaschilf einen geeigneten Platz im Garten. Es kann Trockenheit gut aushalten und übersteht den Winter ohne große Probleme – auch ohne Zusammenbinden als Schutzmaßnahme.

Ziergräser im Garten Miscanthus - Bartos Hagen

Federgras (Stipa)

Federgras der Gattung Stipa bringt einen Hauch von Steppen-Feeling in den Garten – ob große Sorten wie das Riesen-Federgras von bis zu knapp 3 Metern oder kleine Exemplare. Die feinen, teils haarig wirkenden Büschel der Stipa kommen in Gruppen, in Gemeinschaft mit Stauden sowie als Solitär-Pflanze zur Geltung. An einem sonnigen Standort mit luftigem Boden fühlt sich das Federgras besonders wohl. Allerdings ist das Stipa nicht 100%ig winterhart und sollte zur Sicherheit mit Laub oder Reisig vor Frost geschützt werden.

Ziergräser Garten - Bartos Hagen

Reitgras (Calamagrostis)

Das Reitgras Calamagrostis umfasst mehere Arten, von denen die Sorte acutiflora die wohl bekannteste in heimischen Gärten darstellt. Die bis zu 1,5 Meter hohen Gräser haben zarte Blütenrispen, die aufrecht stehen oder leicht hängen können. Während das Reitgras sowohl mit feuchten als auch mit trockenen Böden zurechtkommt, sollte der Standort sonnig sein. Als kälteunempfindliches Gras übersteht es den Winter sicher und bietet das ganze Jahr über eine schöne Optik – ob einzeln, in Gruppen oder neben anderen Pflanzen wie beispielsweise Rosen.

Pfeifengras (Molinia)

Die Gattung der Pfeifengräser ist sehr vielgestaltig und bietet entsprechend Abwechslung für den Garten. Die Stängel des Kleinen Pfeifengrases ragen mit verhältnismäßig großem Abstand aus den Horsten hervor und tragen borstige Rispen. Im Gegensatz dazu wirkt das bis zu 2,5 Meter hohe Hohe Pfeifengras deutlich filigraner. Über den Herbst nimmt es eine schöne leuchtende Farbe ein, fällt im Winter jedoch weniger auf. Das Pfeifengras ist eine Pflanze, die zwar durchaus im Beet einen Platz finden kann, sich jedoch auch an feuchten Standorten wohl fühlt.

Blauschwingel (festuca glauca)

Mit den bläulichen kompakten Grasbüscheln des Blauschwingels lassen sich im Garten sehr schöne Farbakzente setzen, die im Herbst einen sandigen Farbton annehmen. Das Gras mag ein trocken-heißes Klima mit viel Sonne, einen sandigen Boden und bildet im Juni und Juli Rispen mit bläulichen Blüten aus. Ein Teilen der Pflanze verhindert, dass sich mit der Zeit im Gras unschöne Lücken bilden.

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gerne weiter!

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