Der Sommer hat gerade angefangen und bringt schon neue Hitzerekorde. Die Temperaturen bewegen sich um die 40 °C und wochenlang hat es nicht geregnet – ein Stresstest auch für Pflanzen. Wasser wird mehr denn je zum kostbaren Gut. Vor allem großflächige Grünanlagen benötigen durchdachte Bewässerungskonzepte, am besten mit einem automatischen Bewässerungssystem. In diesem Beitrag erfahren Sie, welches das richtige ist.
1. Warum eine passende Grünflächen-Bewässerung so wichtig ist
Lange Trockenperioden und viele heiße Tage sind aufgrund des Klimawandels längst kein Phänomen südlicher Breitengrade mehr. Viele Unternehmen arbeiten gezielt an Hitzemaßnahmen für gewerbliche Außenbereiche, um die Leistungsfähigkeit und Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu erhalten und die Außenanlagen aufzuwerten. Denn brauner Rasen und vertrocknete Beete sind keine gute Visitenkarte. Auch Grünflächen von Wohnquartieren, die zum Mikroklima und dem Wohlbefinden der Bewohner beitragen, sind schnell von Hitzestress betroffen. Ein durchdachtes Wassermanagement inklusive Bewässerung, das die Bedürfnisse der unterschiedlichen Pflanzen berücksichtigt und verantwortungsvoll mit Ressourcen umgeht, ist aber auch in Städten, Gemeinden und Kommunen längst Thema und betrifft z.B. Grünflächen wie Parks, Wohn- und Sportanlagen.
Ein weiteres Problem ist, dass die Beseitigung und Korrektur ausgeprägter Trockenschäden oft mit viel Zeit, Aufwand und teils hohen Kosten verbunden ist – z.B. wenn große Rasenflächen saniert, Beete neu angelegt oder ganze Hecken ersetzt werden müssen. Umso wichtiger ist es, den Trockenstress bei Pflanzen von vornherein zu vermeiden und am besten bereits vor dem Sommer effektive Bewässerungs-Maßnahmen zu ergreifen.
2. Verschiedene Pflanzen – verschiedene Wasser-Ansprüche
Beim Bewässern von Grünflächen sollte die Erkenntnis im Fokus stehen, dass Pflanzenarten jeweils ihren eigenen Bewässerungsbedarf haben. Selbst Rasen ist nicht gleich Rasen – entscheidend sind z.B. seine Lage und Funktion: Englischer Rasen, bei dem es auf Schönheit und Repräsentativität ankommt, ist vergleichsweise anfällig für Trockestress, aber auch Gebrauchsrasen wird bei langer Trockenheit schnell unansehnlich und bekommt Lücken. Wichtig ist deshalb eine gleichmäßige Wassergabe.
Bei Beeten mit Stauden, Gräsern und anderen Zierpflanzen treffen je nach Arten viele verschiedene Ansprüche aufeinander, was die Bewässerung nicht immer einfach macht. Anstatt einer flächigen ist hier eine punktuelle Versorgung von Vorteil. Entscheidend ist zum einen, dass neu angelegte Beete generell mehr und sehr regelmäßig Wasser benötigen, bis das Pflanzenwachstum und die Einwurzelung gut fortgeschritten sind. Beim Gießen sollte man darauf achten, dass das Wasser auch wirklich bis zu den Wurzeln durchdringt und nicht auf den Blättern oder der Erde verdunstet.
Heckenpflanzen müssen ohnehin schon sehr robust sein und oft mit widrigen Bedingungen zurecht kommen, z.B. einem begrenzten Wurzelraum durch Straßen- und Parkplatznähe oder starkem Wind, der die Erde zusätzlich austrocknet. Gerade bei langen Hecken fallen Lücken oder vertrocknete Abschnitte auf. Damit sie dicht und grün bleiben und nicht von innen verkahlen, muss eine kontinuierliche Bewässerung des Wurzelbereichs gewährleistet sein.
Bäume können die Hitze auf vielerlei Weise erträglicher machen: Sie sind Schattenspender und Sonnenschutz, tragen zu einer Verbesserung des Klimas und der Luft bei und bilden in Wohn- oder Parkanlagen kühle Oasen. Doch Bäume im urbanen Raum bekommen die Auswirkungen von Hitzeperioden und fehlendem Niederschlag selbst sehr stark zu spüren. Auch sie haben aufgrund der voranschreitenden Versiegelung oft wenig Platz für ihre Wurzeln und sollten deshalb lieber weniger oft, aber dafür intensiv bewässert werden, sodass das Wasser die Wurzeln erreicht. Das gilt insbesondere für junge Bäume.
3. Beregnung, Tropfer & Co.: Welches Bewässerungssystem passt wozu?
Bei unzureichender Bewässerung werden Pflanzen nicht ausreichend mit Wasser versorgt – meistens dringt es nicht tief genug in die Erde ein, verdunstet an der Oberfläche oder wird falsch verteilt. Anders als beim privaten Garten kommt man bei gewerblichen Grünflächen mit einem Gartenschlauch zudem oft an die Grenzen. Die Planung von Bewässerungsanlagen sollte deshalb auf professionellem Wege erfolgen -ein Landschaftsarchitekt oder Experte für Garten- und Landschaftsbau leistet hier Unterstützung und bietet bei Bedarf auch Hilfe bei der Nutzung von Regenwasser.
Ein klassischer Sprinkler oder Rasensprenger bzw. eine Beregnungsanlage eignet sich am besten für große Rasenanlagen. Richtig geplant, werden die Flächen gleichmäßig bewässert – wichtig ist hier der Abstand zwischen den einzelnen Düsen. Versenkregner verschwinden in der Erde und sind nahezu unsichtbar – ideal, wenn die Anlage optisch möglichst frei von Technik bleiben soll. Als Zeitpunkt für die Rasenbewässerung eignet sich der Morgen, während der Vorgang in der Mittagszeit besser vermieden werden sollte. Eine Hilfe sind Systeme mit Zeitschaltuhr.
Tropfbewässerungssysteme wie ein Tropfrohr oder Tropfschlauch bieten sich vor allem als Lösung für Beete, Hecken und Pflanzstreifenan. Das Wasser kommt sofort im Bereich der Wurzeln an und kann langsam tief versickern. Viele Zierpflanzen sind empfindlich gegenüber Pilzen, die schneller bei nassen Blättern entstehen können. Systeme mit Filtern oder Druckminderern können sich als nützlich erweisen, weil sie weniger schnell verstopfen. Um sicherzugehen, dass dies nicht passiert, sollte regelmäßig eine Wartung oder Sichtkontrolle erfolgen.
Der Wasserbedarf von Bäumen konzentriert sich eher auf die Menge bzw. Tiefe anstatt auf die Häufigkeit. Deshalb sind Bewässerungssäcke und -ringe eine effektive Methode. Sie funktionieren über das System der Tröpfchenbewässerung: Durch kleine Löcher wird das Wasser nach und nach abgegeben, erreicht direkt die Erde anstatt zu verdunsten. Vor allem bei Neupflanzungen ist in den ersten 2 bis 3 Jahren auf eine ausreichende Baumbewässerung zu achten.
Automatische und smarte Systeme haben bei der Bewässerung und Pflege von Grünflächen oft Vorteile: Neben Funktionen für die zeitliche Planung und zum Energie-Sparen können Probleme und Fehlerquellen wie verstopfte Ventile oder Leckagen schneller erkannt werden, da Wasserverbrauch und Wasserdruck kontrolliert werden. Manche Systeme haben verschiedene Programme für verschiedene Zonen wie Rasen und Beete. Andere arbeiten mit Wettersensoren, passen den Wasserbedarf entsprechend an und schalten sich bei Regen oder starkem Wind automatisch ab.
4. Fazit
Der Umgang mit starker Trockenheit und Hitze ruft die Notwendigkeit nach durchdachten Bewässerungskonzepten auf den Plan. Das wiederum bedeutet, sich nicht auf ein bestimmtes System als Pauschallösung zu konzentrieren, sondern es auf die Bedürfnisse der verschiedenen Zonen und die individuellen landschaftsarchitektonischen Umstände maßzuschneidern. Je nach Situation kann dies den parallelen Einsatz unterschiedlicher Bewässerungslösungen erfordern. Eine bedarfsgerechte Bewässerung großer Grünanlagen trägt zur Förderung eines verbesserten Mikroklimas und Erhaltung gesunder Pflanzen bei.

