Der Rasen gehört zu den Grünflächen, deren Zustand sofort ins Auge fällt – vor allem nach dem Winter. Umso wichtiger ist der richtige Start in die Rasenpflegesaison, insbesondere wenn der Rasen eine repräsentative Funktion erfüllt wie bei gewerblichen Außenananlagen. Der Zeitraum von März bis April ist dafür bestens geeignet. Erfahren Sie hier, welche Schritte dazugehören und wie Sie so den Grundstein für einen ganzjährig schönen und gesunden Rasen legen.
1. Rasen im Frühjahr: Ein erster Check
Am naheliegendsten ist eine optische Bestandsaufnahme zu Beginn des Frühlings, wenn ohnehin Winterfolgen an Außenanlagen beseitigt werden, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Ein hilfreicher Orientierungspunkt ist die Farbe des Rasens: Ist er durchgehend grün, eher grau, braun oder gelb? Wirkt der Rasen zudem eher dicht oder ist stellenweise der Boden sichtbar? Kahle Stellen fallen sofort auf, genauso wie zerschlissene Ränder und plattgetretene Bereiche, z.B. vor Eingängen und an Wegen. Häufig wird empfindlicher Rasen betreten, was zu sichtbaren Trampelpfaden führen kann. Rasen von Pausenbereichen, Gemeinschaftsflächen von Unternehmen oder Spielplätzen sind ebenfalls intensiver belastet. Rasenflächen, auf denen regelmäßig Autos parken, werden noch stärker in Mitleidenschaft gezogen. Diese Stellen fallen durch eine intensive Verdichtung auf, die im Zuge winterlicher Witterungsbedingungen zunehmen kann. Ein häufiger Wechsel von Frost, Tauwetter und Regen führt schnell dazu, dass der Boden aufweicht, sich Pfützen bilden oder er sogar länger unter Wasser steht. Die anhaltende Feuchtigkeit begünstigt Moos- und Algenwachstum. Deshalb sollte man den Rasen auch auf etwaige Moospolster untersuchen, die sich besonders in schattigen Bereichen bilden, sowie auf Verfilzungen auf der Grasnarbe.
Durch diese Begutachtung lässt sich erkennen, in welchem Umfang Reparatur- und Pflegemaßnahmen nötig sind, wo die Ursachen für das Problem liegen und wie Schäden in Zukunft eingegrenzt oder gar vermieden werden können.
2. Beginn der Rasenpflege mit Bodenvorbereitung
Ob der Rasen nach dem Winter nur die gewohnte Portion Pflege benötigt oder umfangreichere Reparaturmaßnahmen wie Nachsäen anstehen: Zuerst gilt es den Boden vorzubereiten, wofür der Rasen zunächst mit einer Harke von Laub, Ästen und Unkraut grob befreit werden sollte. Maulwurfshügel können eingeebnet werden. Stehendes Wasser kann versickern oder abfließen, wenn mit einer Forke Löcher in den Boden gestochen werden. Wenn Staunässe immer wieder an denselben Stellen auftritt – z.B. abgesenkte, befahrene oder dauerhaft nasse Bereiche -, können leichte Gefälleanpassungen oder Drainagesysteme eine lohende Lösung sein. Durch eine gezielte Bodenverbesserung kann die Struktur des Bodens vorbereitet werden, sodass er bei Regen nicht sofort zu Schlamm wird. Bei schweren Böden eignen sich z.B. Sand, Blähton oder Lavasplit zum Auflockern. Für eine Bodenverbesserung in größerem Rahmen macht eine Bodenanalyse Sinn.
3. Rasen mähen, vertikutieren, nachsäen und düngen
Nach der Winterpause beginnt für den Rasen die Wachstumsphase und sobald diese begonnen hat, kann der erste Rasenschnitt erfolgen – das ist in der Regel Mitte März bis Anfang Mai. Die Temperatur für den Schnitt sollte bei mindestens 8 °C liegen und der Rasen trocken sein. Das Mähen als Start in die Rasenpflege ist ideal, weil es das Wachstum der Graspflanzen weiter anregt. Gleichzeitig sollte auf eine Schnitthöhe von ca. 4 cm – also nicht zu tief – geachtet werden, da ein zu kurzer Rasen bei später noch möglichem Frost Schaden nehmen kann.
Haben sich sehr viel Moos und Filz auf dem Rasen angesammelt, sollte man den Rasen vertikutieren. Es schafft ideale Bedingungen für weiteres Wachstum, indem durch das Anritzen der Grasnarbe Moos und Rasenfilz beseitigt und die Graswurzeln so wieder besser mit Licht, Luft und Wasser versorgt werden. Übriggebliebenes Schnittgut vom Rasenmähen wird so auch gleich mit entfernt. Die Monate März und April sind zum Vertikutieren geeignet – Voraussetzung ist, dass eine frostfreie Witterung herrscht. Wichtig ist, den Vertikutierer so einzustellen, dass die Grasnarbe nicht mehr als 3 mm eingeritzt wird, und damit Längs- und Querbahnen zu ziehen. Ist der Boden lehmig und schwer, kann die Aufbringung von Rasensand die Struktur verbessern und die Bedingungen für eine folgende Nachsaat verbessern.
Nachsäen ist vor allem dann ratsam, wenn es deutlich sichtbare Lücken und kahle Stellen im Rasen gibt. Die Wahl des Saatguts sollte zum bestehenden Rasen und den Standort- und Nutzungsbedingungen passen – Gebrauchs- und Sportrasen ist belastbarer als Zierrasen. Eine gleichmäßige Verteilung und Anwalzung der Grassamen nach dem Aufbringen von Rasenerde ist wichtig, genauso wie den Boden nun ausreichend feucht zu halten, ohne ihn zu überwässern. Damit sich der Rasen erholen und die neuen Grashalme wachsen können, sollte die Fläche geschont und möglichst nicht betreten werden.
Die Düngung des Rasens kann übrigens gleichzeitig mit der Nachsaat durchgeführt werden. Der Rasendünger sollte am besten organisch sein oder zumindest eine langsame Nährstoffabgabe gewährleisten, um die frisch keimenden Rasengräser nicht zu überfordern. Gedüngt werden kann aber auch im Anschluss an die Neusaat. Es gibt speziellen Start- bzw. Frühjahrsdünger, der sehr phosphorhaltig ist und das Wachstum der Wurzeln und den Neuaustrieb unterstützt. Zum Aufbringen des Düngers eignet sich eine trockene Witterung mit bewölktem Himmel am besten.
Fazit: Rasenpflege im Frühjahr
März und April sind laut Rasenpflege-Kalender und bei geeigneter Witterung ohne gefrierende Kälte gut geeignet, um dem Rasen im Garten oder von gewerblichen Grünflächen zu einem gesunden Start in den Frühling zu verhelfen. Die richtige Reihenfolge zahlt sich bei der Pflege aus: Zu den Aufgaben gehören, den Rasen grob zu reinigen, die Rasenfläche mit dem Rasenmäher zu schneiden und bei Bedarf für eine verbesserte Belüftung zu vertikutieren sowie neue Rasensamen auszusäen. Damit die grünen Pflanzen im Sommer einen dichten Teppich bilden, folgt eine Rasendüngung. Viele Unternehmen setzen für eine Grünflächenunterhaltung ohne viel Aufwand auf die Erfahrung und das Know-How von Experten für Garten- und Landschaftsbau.

